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Bericht über die ISW 1999 in Oviedo

28. Nobember – 5. Dezember 1999

Nach langen Hin und Her (sollte zum Normalfall werden  ...das Hin und Her), haben wir es endlich geschafft mit den Spaniern Anreisetermin und Ort abzustimmen. So machten wir uns auf die Suche nach einer Reiseverbindung. Dies erwies sich auch als äußerst schwierig, da der Flughafen in Oviedo ein sehr kleiner war. So haben wir uns erstmal eine Verbindung von Düsseldorf über Frankfurt nach Bilbao gesucht.
Zu Beginn unserer Reise rächte sich bei Reik der intensive Weinkonsum am Abend zuvor dadurch, daß er nur mit großer Mühe den Flughafen erreichen konnte.
In Bilbao gelandet, überkam uns das Glück. Da wir so lieb und nett aussahen, hat uns gleich ein anderer Passagier gefragt, ob wir mit ihm ein Taxi teilen wollten. Zu unserem Glück konnte dieser fließend spanisch und erkundigte sich sofort am Busbahnhof nach einem Busticket nach Oviedo. Er stellte jedoch fest, daß in dem geplanten Bus kein Platz mehr frei war. Durch sein Geschick hat er jedoch Tickets für eine andere Verbindung bekommen – der letzte Bus an jenem Tag. Nach 5 Stunden grausamer Busfahrt kamen wir mit trockener Kehle an. Man reichte uns auch umgehend Bier und eine riesige Pizza. Alex mußte dann erstmal schmerzlich die Regeln einer ISW kennen lernen. Die wichtigste heißt nämlich „only left-hand drinking“. Ansonsten heißt es „drink it down to the bottom“. Nach dieser Erfahrung(en) gingen wir dann auch zu morgendlicher Stunde schlafen.
Aus dem Koma gerissen, wurden wir nach einem sehr spärlichen Frühstück in eine Zinkhütte geschleift. Mit Helmen und Schutzbrille (sogar) versuchten wir einen kleinen Rundgang durch das Werk zu machen. Naja, die Schutzbrille war wohl auch erforderlich, da man vor lauter Lecks die Rohre nicht mehr sehen konnte. Plötzlich erschallte Weihnachtsmusik. Auf Anfrage erläuterte man uns, dass diese erklingt, wenn sich der Kran bewegt. Halt für jeden Kran eine eigene. Als es wirklich allerhöchste Zeit zum Mittagessen war, in Spanien nach 2 Uhr, kehrten wir erstmal in Oviedo in die Mensa ein. Dort durften wir dann das typische Essen der Region Asturias schlürfen – eine Suppe mit weißen Bohnen und komischen Würstchen.
In den Bus verladen, fuhren wir in Richtung Küste zu einem Testkraftwerk (übrigens auch aus EU Mitteln finanziert), daß nicht nur Kohle verheizte, sondern ungewaschenes Haufwerk (50% Berge), als auch Müll. Trotz Anmeldung war gerade niemand da, der uns führen konnte. Und erst recht niemand der Englisch sprach. So standen wir also eine Weile herum, staunten und fuhren wieder nach Oviedo. Dort wurden wir mit dem asturianischen Getränk Sider bekannt gemacht, das man auf eine besondere Weise, die uns jedoch nicht gelingen wollte  eingeschenkt wird. Man muß mit der rechten Hand  die Flasche möglichst hoch halten und so versuchen in das Glas in der linken Hand, das man möglichst niedrig  hält, einzuschenken. Am besten guckt man dabei auch in eine andere Richtung.
Am nächsten Tag ging es zum Stahlwerk Aceralia. Die Besichtigung begann in einem nagelneuen Kontrollraum für die Hochöfen. Schon bei der Anfahrt dachten wir, daß wir jeden Moment ankommen würden. Doch es dauerte und dauerte, so groß war das Werk. Entsprechend umfangreich war auch die Führung. Freundlicherweise hat uns dieses Unternehmen zu einem fantastischen Mittagessen eingeladen. Auch bester „Vino de Rioja“ stand auf dem Tisch.
Nun stand eine Seilfahrt an. Diese endete unter lautem Getöse  in der 5 Meter tiefer liegenden Sohle. Es handelte sich dabei um das örtliche Mining Museum. Feuerzeuge waren in diesem Keller nicht erlaubt- wegen Grubengas und so. Wir sahen einen Holzausbau und prähistorische Technik. Für Spanier immer noch up to date, da hier auch 30 cm mächtige Flöze mit hohem Einfallen nur mit Presslufthämmern abgebaut werden.
An diesem Abend war schon  Thanksgiving, weil später noch die Barbarafeier anstand. Das arme Präsidium hatte leider nur Wassergläser und Müllsäcke- keine Schnapspinnchen. Das wurde ihnen zum Verhängnis. Auch ein polnischer Student mußte darunter leiden.
Am nächsten Tag begann das Programm zum Glück erst nachmittags. Jetzt allerdings sofort mit der Besichtigung Sider-Brauerei „Gaitero“. Mmmmh, der war sehr lecker!
Abends stellten wir fest, daß ein Bier genauso viel kostet wie ein Wasserglas gefüllt mit Whiskey. Das wurde uns allen zum Verhängnis. Zu Sonnenaufgang erreichten wir unsere Unterkunft.
Nun hieß es erstmal auf zur Glasfabrik. Dort durften wir den ganzen Prozess der Glasherstellung – von der Schmelze bis zu Spiegeln bzw. Windschutzscheiben beobachten. Wir waren außerdem über den hohen technischen Standard sehr überrascht. Man sah mehr Roboter als Leute, was für spanische Verhältnisse sehr ungewönlich ist. Die Ursache liegt in den hohen Qualitätsansprüchen, die die Kunden wie z.B. VW, BMW verlangen.
Das Mittagessen von diesem Tag wurde auf 6 Uhr am Abend verschoben, da wir noch das ein oder andere Häppchen als auch den ein oder anderen Wein von der Firma gereicht bekamen. Auch das Organisationskomitee (es bestand eher aus einzeln agierenden Individuen) war von der Mahlzeit überrascht. Dort war auch gerade eine Ingenieurdelegation der deutschen Mutterfirma. Daher ließ man die geplante Nationalparksexkursion am Nachmittag ausfallen. Schade, dort hätte man bestimmt etwas relaxen, als auch vielleicht ein wenig Alkohol abbauen können. Abends stand das Motto „Oviedo by Night“. Das Ende lag in allen Sternen.
Völlig verschlafen, starteten wir zu einer pre-romantic monuments Besichtigungstour. Ganz nach dem Japanischen Gedanken. Aussteigen – Photo – Einsteigen. Danach lud uns der Bürgermeister zu einem Essen ein. Leider kam er nicht, weil sich wegen Korruptionsvorwürfen nicht aus seinem Rathaus getraut hat. Aber morgen, so die Spanier im Chor, ja dann, treffen wir ihn bestimmt. Das bedeutete im Klartext – schon wieder in Schale schmeißen. So mussten wir an diesem Tag in edlem Layout auf die Santa Barbara Students Party gehen. Reik jedoch wollte es doch vermeiden im Bergkittel dort aufzutauchen, so entschloß er sich noch einen Pullover zu kaufen. Größte Disco in Oviedo, frei saufen für ISW´ler, wenn man beim richtigen bestellt hat. Das Ende: The same procedure as every day!
Der Samstag morgen brach an, es erschallte ein grausamer Weckschrei durch die Gänge und es wurde verlangt, sich schnell anzuziehen, wegen des Termins mit dem Bürgermeister. Verstädnisvoll folgten wir dem Aufruf und warteten auf den Bus. Wir warteten und warteten – jedoch kein Bus weit und breit. Nachdem die Spanier mehr als 30 Euro vertelefoniert hatten, kam auch nach 2 Stunden der Bus. Bürgermeisteraktion war für die Katz, stattdessen Kaffeetrinken in Candaz, einem kleinen Fischerort in der Nähe. Der Nachmittag wurde dazu genutzt, die nördlichste Spitze von Spanien zu erklimmen, einem 50 Meter hohen Felsen an der Atlantikküste (siehe Karte). Da jedoch vorher aus dem Kaffe noch Schnaps, Essen, Nachtisch und und und wurde, war es mittlerweile zu dunkel zum photographieren. Mal wieder die Folge von Hin und Her. Am frühen Morgen des Abreisetags mußte noch einige Zeit darüber diskutiert werden, wie wir nach Oviedo zum Busbahnhof kommen sollten. Nach 20 verschiedenen Modellen, wurde ein Taxi bestellt, daß wir uns mit den beiden polnischen Studenten teilten. Nach einer langen Busfahrt, kamen wir in letzter Minute am Flughafen an, schnell ein Check-in, Passkontrolle gab´s nicht. Auch bei dem Metalldetektor begann es bei Reik zu piepsen. Den drei Wachleuten schien das egal zu sein. Reik zeigte Ihnen aus Verzweifelung einige Peseten die er locker in seiner Tasche hatte, und die Beamten waren zufrieden und konnten Ihre Unterhaltung fortsetzen. In Düsseldorf sind wir unbeschadet angekommen, jedoch unser Gepäck machte einen Boxenstop in Frankfurt. Sehr komfortabel, da uns das Gepäck am nächsten Morgen direkt vor die Haustür gebracht wurde.
Insgesamt eine sehr interessante ISW, leckeres Essen, schöner Sonnenschein , Gänseblümchen, Palmen und Strand.

Chaosreisen läßt Grüßen

In dem Sinne – Glückauf

Alex&Reik

 

 

 

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